Avodah Zarah 90

Kapitel 90

א והכא באילן שנטעו ולבסוף עבדו קמיפלגי ת"ק סבר אילן שנטעו ולבסוף עבדו מותר ורבי יוסי הגלילי סבר אילן שנטעו ולבסוף עבדו אסור
1 hier aber streiten sie über einen Baum, der gepflanzt und nachher angebetet worden ist; der erste Autor ist der Ansicht, ein Baum, der gepflanzt und nachher angebetet worden ist, sei erlaubt, und R. Jose der Galiläer ist der Ansicht, ein Baum, der gepflanzt und nachher angebetet worden ist, sei verboten. –
ב ממאי מדקתני סיפא מפני מה אשירה אסורה מפני שיש בה תפיסת ידי אדם וכל שיש בו תפיסת ידי אדם אסור וכל שיש בו תפיסת אדם לאתויי מאי לאו לאתויי אילן שנטעו ולבסוף עבדו
2 Woher dies? – Im Schlußsatze heißt es, die Ašera sei deshalb verboten, weil sie durch Menschenhände entstanden ist, und alles, was durch Menschenhände entstanden ist, sei verboten; was schließt nun [der Zusatz], alles, was durch Menschenhände entstanden ist, sei verboten, ein? Doch wohl einen Baum, der gepflanzt und später angebetet worden ist.
ג ואף רבי יוסי בר' יהודה סבר אילן שנטעו ולבסוף עבדו אסור דתניא רבי יוסי בר' יהודה אומר מתוך שנאמר אלהיהם על ההרים ולא ההרים אלהיהם אלהיהם על הגבעות ולא גבעות אלהיהם שומע אני תחת כל עץ רענן אלהיהם ולא רענן אלהיהם
3 Und auch R. Jose b. R. Jehuda ist der Ansicht, ein Baum, der gepflanzt und später angebetet worden ist, sei verboten, denn es wird gelehrt: R. Jose b. R. Jehuda sagte: Es heißt: <i>ihre Götter auf den Bergen</i>, nicht aber sind die Berge ihre Götter; <i>[ihre Götter] auf den Hügeln</i>, nicht aber sind die Hügel ihre Götter. Man könnte demnach folgern: <i>[ihre Götter] unter jedem grünen Baume</i>, nicht aber sind die grünen Bäume ihre Götter,
ד ת"ל (דברים יב, ג) ואשריהם תשרפון באש
4 so heißt es: <i>und ihre Ašeras verbrennt im Feuer</i>. –
ה אלא תחת כל עץ רענן ל"ל ההוא לכדר"ע הוא דאתא דאר"ע אני אובין ואדון לפניך כל מקום שאתה מוצא הר גבוה וגבעה נשאה ועץ רענן דע שיש שם עבודת כוכבים
5 Worauf deuten demnach [die Worte:] <i>unter jedem grünen Baume</i>? – Diese deuten auf eine Auslegung R. A͑qibas, denn R. A͑qiba sagte: Ich will dies erklären und dir deuten: [dies heißt:] wenn du irgendwo auf einen hohen Berg, einen erhabenen Hügel und einen grünen Baum stoßest, so wisse, daß da ein Götze sich befindet. –
ו ורבנן האי ואשריהם תשרפון באש מאי עבדי ליה מיבעי ליה לאילן שנטעו מתחילה לכך
6 Wofür verwenden die Rabbanan [den Schriftvers]: <i>und ihre Ašeras sollt ihr im Feuer verbrennen</i>? – Dieser ist nötig wegen eines Baumes, der von vornherein dafür gepflanzt worden ist. –
ז ור' יוסי בר' יהודה נמי מיבעי ליה להכי ה"נ אלא אילן שנטעו ולבסוף עבדו מנא ליה נפקא ליה (דברים ז, ה) מואשריהם תגדעון איזהו עץ שגידועו אסור ועיקרו מותר הוי אומר אילן שנטעו ולבסוף עבדו
7 Auch nach R. Jose b. R. Jehuda ist er ja hierfür nötig!? – Dem ist auch so. – Woher weiß er es nun von einem Baume, der gepflanzt und später angebetet worden ist!? – Er entnimmt dies hieraus: <i>Ihre Ašeras sollt ihr niederhauen;</i> in welchem Falle sind nur die niederzuhauenden [Schößlinge] verboten und der Stamm erlaubt? Wenn der Baum gepflanzt und später angebetet worden ist. –
ח והא ואשריהם תשרפון באש קא נסיב לה תלמודא
8 Der Talmud entnimmt es ja aber aus [dem Schriftverse]: <i>und ihre Ašeras sollt ihr im Feuer verbrennen</i>!? –
ט אילו לא נאמר קאמר אילו לא נאמר תשרפון באש הייתי אומר אשריהם תגדעון באילן שנטעו מתחילה לכך השתא דכתיב ואשריהם תשרפון באש אייתר ליה ואשריהם תגדעון לאילן שנטעו ולבסוף עבדו
9 Er meint es in dem Falle, wenn wir diesen Schriftvers nicht hätten: wenn nicht geschrieben worden wäre: <i>sollt ihr im Feuer verbrennen</i>, so würde ich gesagt haben, [die Worte:] <i>ihre Ašeras sollt ihr niederhauen</i>, sprechen von einem Baume, der von vornherein dafür gepflanzt worden ist; da es aber heißt: <i>ihre Ašeras sollt ihr im Feuer verbrennen</i>, so beziehen sich [die Worte:] <i>ihre Ašeras sollt ihr niederhauen</i>, auf einen Baum, der gepflanzt und später angebetet worden ist. –
י ורבנן האי ואשריהם תגדעון מאי עבדי ליה לכדר' יהושע בן לוי דא"ר יהושע בן לוי גידועי עבודת כוכבים קודמין לכיבוש ארץ ישראל כיבוש ארץ ישראל קודם לביעור עבודת כוכבים
10 Wofür verwenden die Rabbanan [den Schriftvers:] <i>ihre Ašeras sollt ihr niederhauen</i>!? – Dieser ist für eine Lehre des R. Jehošua͑ b. Levi zu verwenden, R. Jehošua͑ b. Levi sagte nämlich, das Niederhauen der Götzenbilder gehe der Eroberung des Jisraéllandes voran, und die Eroberung des Jisraéllandes gehe der Ausrottung der Götzenbilder voran.
יא דתני רב יוסף (דברים יב, ג) ונתצתם את מזבחותם והנח ושברתם את מצבותם והנח
11 R. Joseph lehrte nämlich: <i>Stürzt ihre Altäre um</i>, und lasset sie; <i>zertrümmert ihre Malsteine</i>, und lasset sie.
יב והנח ס"ד שריפה בעי אמר רב הונא רדוף ואח"כ שרוף
12 Wieso lassen, man muß sie ja verbrennen!? Dies erklärte R. Hona: zuerst verfolge [den Feind], nachher verbrenne [seine Götzen]. –
יג ור' יוסי בר' יהודה האי סברא מנא ליה נפקא ליה (דברים יב, ב) מאבד תאבדון אבד ואח"כ תאבדון
13 Woher entnimmt dies R. Jose b. R. Jehuda? – Er entnimmt dies aus: <i>vernichten, ganz vernichten</i>, zuerst vernichten, nachher ganz vernichten. –
יד ורבנן הא מיבעי ליה לעוקר עבודת כוכבים שצריך לשרש אחריה
14 Und die Rabbanan!? – Dies deutet darauf, daß man den Götzen, nachdem man ihn vernichtet hat, auch ausrotten muß. –
טו ורבי יוסי בר' יהודה לשרש אחריה מנא ליה נפקא ליה (דברים יב, ג) מואבדתם את שמם מן המקום ההוא
15 Woher entnimmt R. Jose h. R. Jehuda, daß man ihn nachher auch ausrotten muß? – Er entnimmt dies aus: <i>und vertilgt ihren Namen von jener Stätte</i>. –
טז ורבנן ההוא לכנות לה שם דתניא ר"א אומר מנין לעוקר עבודת כוכבים שצריך לשרש אחריה ת"ל ואבדתם את שמם
16 Und die Rabbanan!? – Dies besagt, daß man seinenNamen ändern müsse. Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Woher, daß man, wenn man den Götzen vernichtet hat, ihn auch ausrotten muß? Es heißt: <i> vertilgt ihren Namen</i>.